Dieter Fuhrmann

Fuhrmanns Früchtekorb

Cherimoya - Tropischer Zuckerapfel

Von Marcus Fuhrmann

Südamerikanisches Gewächs

Dass ein Berliner Küchenchef eine Kiste Cherimoya bestellt, passiert bestenfalls zwei-, dreimal im Jahr. Also, denke ich, das ist ein guter Anlass, sich mit dieser Exotin mal etwas näher zu beschäftigen. Ursprünglich ist die Cherimoya in den Andenregionen Perus, Kolumbiens und Ecuadors beheimatet. Von den dortigen Ureinwohnern auch schon früh als Obstbaum kultiviert, gelangte sie via Mexiko 1757 nach Spanien.

 
Im 18. Jhdt. wissenschaftlich beschrieben

Der englische Botaniker und Gärtner Philipp Miller (1691-1771) war der erste, der die Cherimoya wissenschaftlich beschrieb. Ihm zu Ehren trägt das Annonengewächs, neben dem lateinischen Namen Annona cherimola, den Zusatz Mill. Miller übrigens war Sohn eines Gemüsegärnters aus Deptford. Er war Kurator des Chelsea Physic Gardens in London, Mitglied der Royal Society und Autor des berühmten Gardener’s Dictionary. Das Buch erschien zwischen 1731 und 1768 in acht Ausgaben. Es zählt noch heute weltweit zu den Standardwerken der Botanik.

Süß und sahnig

Was hierzulande so selten ist wie Apfelsinen im Schrebergarten, gibt es in Peru an jeder Ecke. Cherimoya ist zwischen den Städten Tumbes im Norden und Tacna im Süden eine Alltagsfrucht. Jedoch ist sie nicht alltäglich im Geschmack. Gourmets zählen die Cherimoya seit langem zu den wohlschmeckendsten Früchten überhaupt. Sie sind süß und sahnig, wie Erdbeere, Himbeere und Birne zugleich. Sie schmecken nach einem Hauch von Zimt, sind säurearm und saftig. Die Cherimoya wird auch Zucker- oder Rahmapfel genannt. Sie stammt aus der Familie der Annonengewächse und gedeiht am besten in den kühleren Höhenlagen der nördlichen Anden. Sie besitzt einen hohen Traubenzuckergehalt und ist reich an Vitamin C sowie an Calcium, Eisen und Phosphor.

Am besten eisgekühlt

Das weiße bis cremefarbene Fruchtfleisch schmeckt nach meiner Erfahrung eisgekühlt an besten. Es kann zu Cremes, diversen Desserts, Obstsalaten und Mixgetränken verarbeitet werden. Eine besondere Variante ist die Kombination mit geräuchertem Schinken, frisch geriebenem Meerrettich und je einer Prise Pfeffer und Zucker. Die Kerne übrigens sind in keinem Fall essbar.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

Weiter »

Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

Weiter »

Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Pimientos  de Padrón sind Minipaprika von grüner Farbe und schwacher Schärfe. Sie gehören zu den vielen Beispielen, die belegen, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Wünsche unserer Kunden und damit unser Angebot verändert haben. Als ich vor über 40 Jahren in die Selbstständigkeit als Fruchtgroßhändler startete, kannte ich nicht einmal den Namen der kleinen Schote. Und ich bin mir ziemlich sicher, den meisten Küchenchefs ging es damals genauso.

Weiter »