Dieter Fuhrmann

Fuhrmanns Früchtekorb

Okra – Die grüne Exotin

Von Dieter Fuhrmann

Ursprung unbekannt

In diesem Fall sind  sich die Wissenschaftler einig: Okras gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ihre Spuren lassen sich bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen, nach Ägypten und Äthiopien. Wo genau der Ursprung des Fruchtgemüses aus der Familie der Malvengewächse liegt, konnte bisher allerdings nicht geklärt werden.

 

 
Weite Verbreitung

Heute ist die Okra – also die Samenkapsel der bis zu 2,50 Meter hohen, gleichnamigen Pflanze – ein weit verbreitetes Gemüse. Orkus sind beliebt nicht nur in Afrika, sondern auch in vielen Teilen Asiens sowie in Süd-, Mittel- und im südlichen Nordamerika. Außerdem gibt es sie in Griechenland, dem Libanon, der Türkei und anderen Mittelmeerländern.

Unterschiedliche Zubereitung

Zu den kulinarischen Klassikern beispielsweise vieler griechischer Restaurants gehört Kotopoulo me Bamies. Dabei handelt es sich um ein gebratenes Hähnchen mit Okras, Tomaten und Zwiebeln. In der Türkei serviert man Zeytinyağlı bamia, eine Vorspeise aus marinierten und in Olivenöl gegarten Okras. Die israelische Küche kennt in Buttermilchteig frittierte Okras. In der indischen Küche werden sie mit einer Gewürzmischung aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma sowie Pfeffer gefüllt und gedünstet. In der sogenannten Cajun-Küche der amerikanischen Südstaaten schließlich gilt die Okra als Hauptbestandteil des berühmten Gumbo. Das ist ein würziger Eintopf aus Reis, Gemüse, Fisch und Fleisch.

Hauptanbauland Indien

Hauptanbauland des Fruchtgemüses ist Indien. Dort wird mit rund 5,5 Millionen Tonnen jährlich die weltgrößte Okraernte eingebracht. Es folgen Nigeria mit rund 1,9 Millionen Tonnen und der Sudan mit rund 290.000 Tonnen. Wir bekommen die Okra aus Thailand. Der dortige Exporteur, die Siam Fresh Enterprise Company, garantiert uns seit Jahren eine gleichbleibend gute Qualität.

Kalorienarme Schote

Die Okra ist kalorienarm, magenfreundlich sowie mineralstoff- und vitaminreich. Diverse Blogs feiern die Schoten immer häufiger als „Neuling in der Superfood-Familie“. Doch wir merken davon nicht allzu viel. Nur wenige Küchenchefs in Berlin und Brandenburg bestellen Okras. Die erinnern geschmacklich übrigens an Bohnen – mild, leicht herb, säuerlich-pikant.

Leckeres Fruchtgemüse

Zu denen, die das Fruchtgemüse regelmäßig ordern, gehört Enrico Pawlak. Er heuerte vor rund einem Jahr als Chef de Cuisine aus dem Restaurantschiff Patio am Helgoländer Ufer an. Hier bringt Pawlak das Filet vom Simmentaler Rind mit Süßkartoffelpüree, Feigen und Okras auf die Teller. Nun will ich mich nicht als Gastrokritiker aufspielen. Aber dieses Gericht hat nach meinem Dafürhalten alles, was Besseresser suchen: Es ist fröhlich in der Optik und einschmeichelnd im Geschmack.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

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Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Pimientos  de Padrón sind Minipaprika von grüner Farbe und schwacher Schärfe. Sie gehören zu den vielen Beispielen, die belegen, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Wünsche unserer Kunden und damit unser Angebot verändert haben. Als ich vor über 40 Jahren in die Selbstständigkeit als Fruchtgroßhändler startete, kannte ich nicht einmal den Namen der kleinen Schote. Und ich bin mir ziemlich sicher, den meisten Küchenchefs ging es damals genauso.

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