Dieter Fuhrmann

Fuhrmanns Früchtekorb

Aprikose – Extravagante Alleskönnerin

Von Marcus Fuhrmann

Marillenfieber in der Wachau

Wenn Sie Ende Juli einmal Zeit haben, empfehle ich Ihnen einen Wochenendtrip in die Wachau. Dann grassiert in der niederösterreichischen Region rund 80 Kilometer westlich von Wien das Marillenfieber. Von dem sollte man sich durchaus anstecken lassen. Voraussetzung ist natürlich, man mag das Früchtchen mit den rosigen Backen, der samtigen Haut und dem unverwechselbaren Aroma, das hierzulande Aprikose heißt.

Optimale Bedingungen

Rund 50.000 Marillenbäume stehen in der Wachau. Es gibt 180 Marillenbauern und im Landhaus Bacher in Mautern die besten Marillenknödel der Welt. Außerdem findet sich dort eine Marillenmarmelade, mit der die Zwei-Sterne-Grande-Dame Lisl Wagner-Bacher alles vergleichbare locker in den Schatten stellt. Die „Königin der Steinfrüchte“, wie die Marille auch genannt wird, findet in der Wachau optimale Bedingungen. Die Kühle des Waldviertels trifft hier auf ein mildes pannonisches Lüftchen. Hinzu kommt die Donaunähe. Alles zusammen lässt perfekte Marillen heranreifen, die allerdings nur selten außerhalb Österreichs zu haben sind.

Türkei größtes Anbauland

Wir beziehen, wie viele Großhändler auch, die Aprikose vorwiegend aus der Türkei. Sie ist das größte Anbauland der nach Sonne süß und fruchtig-säuerlich zugleich schmeckenden Früchte. Die Osmanen waren es übrigens, die einst die Winderosion in der ungarischen Tiefebene stoppten, indem sie riesige Aprikosenplantagen pflanzten. Die Bäume waren in der Lage, den Flugsand zu binden, weil sie sowohl Hitze als auch Trockenheit bestens vertragen.

Ursprung in China

Aprikosen gehören zur Familie der Rosengewächse und zählen zu den ältesten kultivierten Obstsorten. Ursprünglich stammen sie wohl aus dem Hochland Nordchinas. Von dort aus verbreiteten sie sich über die Seidenstraße bis nach Syrien. Dort entdeckte sie der römische Feldherr Lucullus (114 bis 47 v. Chr.). Als „armenische Äpfel“ (malus armeniaca – daher auch die Bezeichnung Marille) nahm er die Aprikose mit nach Hause.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

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Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Pimientos  de Padrón sind Minipaprika von grüner Farbe und schwacher Schärfe. Sie gehören zu den vielen Beispielen, die belegen, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Wünsche unserer Kunden und damit unser Angebot verändert haben. Als ich vor über 40 Jahren in die Selbstständigkeit als Fruchtgroßhändler startete, kannte ich nicht einmal den Namen der kleinen Schote. Und ich bin mir ziemlich sicher, den meisten Küchenchefs ging es damals genauso.

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