Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Fuhrmanns Früchtekorb

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Von Marcus Fuhrmann

Beliebtheit ausbaufähig 

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

 
Mild im Geschmack

Der weiße Spitzkohl ist eine besondere Variante des gleichfarbigen runden Kopfkohls. Allerdings besitzt er feinere Blattrispen, zartere Blätter und – wie gesagt – einen milderen Geschmack. Ob er durch Mutation entstand oder durch Züchtung, blieb bisher im Dunkeln.

Schon in der Antike beliebt

Tatsache ist dagegen, dass bereits die antiken Hochkulturen den Kopfkohl kannten und um seine Heilkraft wussten. Der griechische Philosoph Aristoteles beispielsweise aß das Gemüse, um die Auswirkungen übermäßigen Alkoholgenusses zu mildern. Und der römische Staatsmann Cato hielt es sogar für ein probates Mittel gegen die Pest. Er empfahl aber auch die Wundheilung durch Auflegen von Kohlblättern – eine Methode, die sich bis ins 19. Jahrhundert hielt.

Traditioneller Anbau im “Ländle”

Aus dieser Zeit stammt auch die älteste Abbildung eines Spitzkohls, die ich während meiner Kohlrecherche entdeckte. Sie wurde 1876 in einem Katalog der Erfurter Saatgutfirma Ernst Benary veröffentlicht und dort mit dem Begriff „Spitzes Filderkraut” bezeichnet. Diese Benennung des Spitzkohls geht auf ein traditionelles Anbaugebiet in der Nähe von Stuttgart zurück – die Fildern. Dort, auf einer fruchtbaren Hochebene, wird seit über 500 Jahren Kohl angebaut. Sogar ein Denkmal rühmt die regionale Spezialität.

Anbau einst gefährdet

Den Wert der spitzen Variante des Filderkrauts beschrieb übrigens erstmals 1772 der Bernhäuser Pfarrer Bischoff: „Was das weiße Spitzkraut besonders geschätzt macht, ist seine feine Zartheit in den Blättern und überhaupt ein besserer Wohlgeschmack, worin es sich von dem in anderen Gegenden Gepflanzten auszeichnet.” Dennoch wurde mit der Industrialisierung der Gemüseverarbeitung im 19. Jahrhundert auf den Fildern (und nicht nur dort) immer weniger Spitzkohl angebaut. Die Konservenindustrie verlangte runde Köpfe, die sich maschinell besser verarbeiten ließen. Die Folge: Die Anbaufläche von Spitzkohl sank auf den Fildern auf bescheidene 40 Hektar.

In der Arche des Geschmacks

Um es vor dem endgültigen Aussterben zu bewahren, holte Slow Food das Filder-Spitzkraut 2005 in seine Arche des Geschmacks. Es wurde gerettet, und auch in anderen Regionen wächst inzwischen wieder mehr Spitzkohl. Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen und Bayern sind neben Baden-Württemberg die größten deutschen Kohlanbauer. Gemessen an dem, was unsere Nachbarn kultivieren, sind die 1.200 Hektar, auf denen in Deutschland das Gemüse angebaut wird, allerdings Peanuts. Die Weißkohl-Anbaufläche insgesamt beträgt hierzulande übrigens rund 5.600 Hektar.

Vielseitig und modern

Und so handeln wir neben heimischer Ware auch Spitzkohl aus den Niederlanden und Frankreich. Tendenz steigend. Das hat – ich habe anfangs schon darauf hingewiesen – damit zu tun, dass sowohl das Kohlgemüse im Allgemeinen als auch der Spitzkohl im Besonderen ihr muffiges Image zunehmend ablegen. Jüngere Köche kennen die Abneigung ihrer kulinarischen Väter gegenüber jeglicher Art Kohl nicht. Sie interpretieren das Gemüse neu. Und ihre Gäste sind überrascht, wie vielseitig und modern eben auch der Spitzkohl sein kann.

Variantenreiche Zubereitung

Ich erinnere mich zum Beispiel gut an einen Klassiker meines Freundes Thomas Kammeier. Der servierte vor Jahren im Restaurant Hugos eine Brandenburger Landente mit Holunderbeeren und Spitzkohl. Neueren Datums ist ein Gericht, das ich im Café im Literaturhaus in der Fasanenstraße probiert habe. Gepökeltes Eisbeinragout, Jakobsmuschel, Petersilienwurzel, Spitzkohl und Mango-Chutney ergaben einen Mix, der für mich absolut stimmig war. Ja, was bleibt noch? Natürlich Kimchi. Als Fan der asiatischen Esskultur liebe ich die scharfe koreanische Kohlzubereitung ganz besonders, auch wenn sie für europäische Geschmacksnerven vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig ist. Und auch dem Barbecue-must have, dem Coleslaw, kann ich durchaus etwas abgewinnen. Am besten mit einer leichten Mayonnaise und geriebenen Karotten zubereitet.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

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Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Fuhrmanns Früchtekorb

Rettich – Würziges Wurzelgemüse

Von Marcus Fuhrmann

Schon in der Antike bekannt

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

 
Unterschiedliche Formen

Der griechische Philosoph und Naturforscher Theophrastos (371 bis 287 v. Chr.) etwa kannte bereits vier verschiedene Rettichformen. Er schrieb: “Je glatter die Blätter, desto lieblicher ist der Geschmack, je rauer sie sind, desto schärfer schmeckt er.“ Und der griechische Arzt Galenos (129 bis 199 n. Chr.) tat kund: „Den Rettich verzehrt man am besten roh, arme Leute kochen auch die Blätter.“

Unterschiedliche Farben

Ab dem 16. Jahrhundert mit dem Aufkommen des Buchdrucks erschienen viele Kräuterbücher. Der Rettich fehlte in keinem. Der Botaniker Hieronymus Bock beispielsweise vermerkte in seinem berühmten, 1543 in Straßburg erschienenen New Kreüterbuch: „Rhetich werden zur speiß und artznei genommen.“ Am verbreitetsten waren zu Bocks Zeiten schwarze Rettiche. Lange weiße Exemplare fanden in Europa erstmals im 17. Jahrhundert Erwähnung. Rot- und gelbhäutige werden seit dem 18. Jahrhundert beschrieben. Das von Ernst Benary zwischen 1876 und 1893 herausgegebene Album Benary ist meine Lieblingsliteratur, wenn es um alte Gemüsesorten geht. Es listet die sechs zu dieser Zeit beliebtesten Rettichsorten auf. Erstaunlicherweise fehlen hier die schwarzen Sorten völlig.

Kleine Anbaufläche

Der Rettich besitzt viele ernährungsphysiologische Vorteile. Dennoch hat er zumindest in Europa viel von seiner früheren Reputation eingebüßt. Der jährliche Pro-Kopf-Verzehr ist Beleg dafür. In Deutschland etwa liegt er bei 250 Gramm, in anderen europäischen Ländern in ähnlicher Größenordnung. In Japan dagegen beträgt er rund 13 und in Korea sogar fast 30 Kilogramm. Dementsprechend gering ist auch der einheimische Anbau. In Deutschland wird Rettich auf lediglich 800 Hektar kultiviert. Spitzenreiter ist Rheinland-Pfalz mit 393 Hektar. Es folgen Bayern mit 154 und Nordrhein-Westfalen sowie Baden-Württemberg mit jeweils rund 50 Hektar.

Scharf und gesund

Die scharfe Wurzel hat hierzulande wenige Freunde. Nur als Biergarten-Knabberrohkost findet sie einigermaßen Anerkennung. Das ist schon deshalb verwunderlich, weil bereits ein Rettich den Vitamin-C-Tagesbedarf eines Erwachsenen deckt. Dazu liefert er reichlich Kalium, Natrium, Magnesium, Kalzium und Eisen. Die enthaltenen Senföle sind in der Lage, Bakterien und Pilzen Paroli zu bieten. Besonders bei bakteriellen Atemwegserkrankungen ist der Rettich deshalb eine effektive Alternative zu diversen Antibiotika aus der Apotheke. Mein Plädoyer für das gesunde Kreuzblütengewächs richtet sich vor allem an die Köche, mehr aus dem Rettich zu machen. 

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Fuhrmanns Früchtekorb

Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Von Dieter Fuhrmann

Früher exotisches Fruchtgemüse

Pimientos  de Padrón sind Minipaprika von grüner Farbe und schwacher Schärfe. Sie gehören zu den vielen Beispielen, die belegen, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Wünsche unserer Kunden und damit unser Angebot verändert haben. Als ich vor über 40 Jahren in die Selbstständigkeit als Fruchtgroßhändler startete, kannte ich nicht einmal den Namen der kleinen Schote. Und ich bin mir ziemlich sicher, den meisten Küchenchefs ging es damals genauso.

 
Heute allgegenwärtig

Als 1996 mein Sohn Marcus in die Firma eintrat, wussten wir zwar inzwischen, worum es sich bei Pimientos de Padrón handelt. Aber auch da galt das Fruchtgemüse immer noch als ausgemachter Exot. Einer der ersten Berliner Köche, die Pimientos de Padrón regelmäßig servierten, war Anfang der 2000er Markus Herbicht. Er führte im Westin Grand Hotel an der Friedrichstraße kulinarisch Regie und war zuvor einige Jahre in Andalusien tätig. Dort hatte er sie kennengelernt – aber sonst? Heute jedenfalls sind die grünen Paprika-Winzlinge aus Spanien auch hierzulande allgegenwärtig. Genau genommen stammen sie aus der nordwestlichen Ecke der Iberischen Halbinsel, aus Galicien. Dort werden sie vor allem rund um die Kleinstadt Padrón angebaut.

Ein Tag im Zeichen der Paprika

Das 8.300-Einwohner-Örtchen liegt nur wenige Kilometer entfernt von der berühmten Wallfahrtsstadt Santiago de Compostela. Aber auch Padrón hat einiges zu bieten. Die jahrhundertealte Kirche Santiago Apóstol beispielsweise oder das Denkmal von Rosalia de Castro, deren bedeutendstes lyrisches Werk auch ins Deutsche übersetzt wurde. Touristenscharen kommen deswegen allerdings nicht nach Padrón. Von erheblich stärkerer Magnetwirkung ist da schon die Festa do Pemento. Das kulinarisches Festival zieht seit 1978 jährlich am ersten Augustsonntag Tausende in den Ort. Der steht dann einen Tag lang im Zeichen der Pimientos de Padrón.

Anbau in vielen Teilen Spaniens

Zwischen Juni und Oktober pflücken die Bauern der Gegend die Schoten von den buschigen Sträuchern. Es sind rund 15 Tonnen jährlich. Das deckt natürlich bei weitem nicht den Bedarf. Die Pimientos, die übrigens zur Paprikafamilie Capsicum annuum gehören, werden deshalb  längst auch in anderen Landesteilen kultiviert.

Einfache Zubereitung

Die Rôtisserie Weingrün ist ist ein angesagtes Grillrestaurant. In dessen Küche führen  Maikel Gööck und Tomislav Sipura Regie. Wir baten die beiden 31-Jährigen um Auskünfte zum Thema Pimientos de Padrón. „Eigentlich ist das keine große Sache“, so Weingrün-Küchenchef Gööck, „die kleinen grünen Dinger brätst Du in Ölivenöl bis sie Blasen  werfen, Meersalz drüber, fertig.“ Gööck, ein Eigengewächs der Beltle-Schule mit Ausbildung im Alten Zollhaus, und Sipura, der seinen Beruf im Brandenburger Hof erlernte, war das auf die Dauer allerdings einen Tick zu simpel.

Verfeinerung durch Spitzenköche

Schließlich kamen sie auf die Idee, die Pimientos de Padrón zu einem Pesto zu verarbeiten. „Wir haben sie entkernt, angebraten und anschließend mit Olivenöl, Pinienkernen und Meersalz grob püriert“, erzählt Küchenchef Gööck. Sous Chef Sipura holt eine Schale mit einer grünen, cremigen Masse und fordert uns auf, zu probieren. Tatsächlich, da ist den beiden Weingrün-Köchen ein geschmacklicher Volltreffer gelungen. Nun servieren sie ihr Pesto neben einer Sauce béarnaise und mediterranem Gemüse als weitere Beilage zum Rumpsteak.

Kerne als Geschmacksverstärker

Übrigens : Auf das Entfernen der Kerne hätten sie getrost verzichten können. Wissenschaftler der englischen University of Reading haben im Auftrag des Starkochs Heston Blumenthal Tomaten- und Paprikakerne untersucht. Sie fanden heraus, dass sie weit mehr Glutaminsäure enthalten als das Fruchtfleisch. Dadurch verbessern sie auch das Aroma anderer Zutaten.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

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Jackfruit – Superfood aus Fernost

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Jackfruit – Superfood aus Fernost

Von Marcus Fuhrmann

Frucht für Nobelherbergen

Holger Joost ist seit November 2017 Head Chef, also Küchendirektor des Grand Hyatt Berlin. Das Hotel wiederum ist einer unserer besten Jackfruit-Kunden. Das liegt vor allem daran, dass in der Fünf-Sterne-Luxusherberge am Potsdamer Platz viele internationale Gäste absteigen. Es handele sich, so Joost, um Menschen, die „weit gereist sind und von ihren Aufenthalten auf anderen Kontinenten Jackfruitgerichte kennen und natürlich bei uns ebenfalls danach fragen.“

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Seltene Spitzensorte

Andererseits ist Holger Joost auch selbst ziemlich viel auf der Welt herumgekommen. Er war in Dubai, Sri Lanka und auf den Malediven. Und er hat in diesen Ländern beruflich mit der Jackfruit seine Erfahrungen gemacht. Während eines Großmarkt-Besuches berichtete er beispielsweise über seine erste „Begegnung“ mit einer Jackfruit. Das sei, ich erinnere mich noch gut an die Erzählung des Grand-Hyatt-Head-Chefs, in Sri Lanka gewesen. Dort war Joost zwei Jahre lang für die kulinarischen Belange von fünf Häusern der Uga-Escapes-Company zuständig, einer einheimischen Betreiberin von Luxushotels. In diesem Gespräch erwähnte er auch die so genannte Honey Jackfruit, die „geschmacklich beste Sorte“, die ihm jemals untergekommen sei. Diese Sorte ist offenbar auch in ihren Herkunftsregionen sehr selten. Jedenfalls ist es uns trotz vieler Gespräche mit verschiedenen Lieferanten nicht gelungen, sie nach Berlin zu holen.

Geringer Wasserverbrauch

Wiederum für die Jackfruit spricht, dass der Baum äußerst robust und leicht zu kultivieren ist. Zudem benötigt er wenig Wasser, im Gegensatz etwa zur Avocado, einer anderen Trendfrucht. 1.000 Liter, so eine Faustregel, sind notwendig, um ein Kilogramm Avocados zu produzieren, rund drei Stück also. „In Anbetracht steigender Temperaturen und ausbleibender Regenfälle macht das die Jackfrucht zu einer klimaresistenten Alternative“, bemerkt dazu Francesco Giammarco in dem bereits erwähnten Artikel.

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Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse

Fuhrmanns Früchtekorb Frisch informiert Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse Von Dieter Fuhrmann Top-Gemüse des Mittelalters Mangold ist ein Methusalem-Gemüse, das schon die Alten Griechen kannten. Der Arzt Eudemos von Pergamon beispielsweise erwähnte bereits im 2. Jahrhundert vier Mangold-Formen. Er beschrieb eine weiße, eine rote, eine mit dickem Blattstiel und eine Form,

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Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse

Fuhrmanns Früchtekorb

Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse

Von Dieter Fuhrmann

Top-Gemüse des Mittelalters

Mangold ist ein Methusalem-Gemüse, das schon die Alten Griechen kannten. Der Arzt Eudemos von Pergamon beispielsweise erwähnte bereits im 2. Jahrhundert vier Mangold-Formen. Er beschrieb eine weiße, eine rote, eine mit dickem Blattstiel und eine Form, deren Blätter gepflückt werden. Die Römer brachten den Mangold schließlich nach Deutschland. Dort stieg er im Mittelalter zum beliebtesten Gemüse auf und bekam wohl auch seinen heutigen Namen.

 
 
Auf Gemälde verewigt

Sprachforscher führen ihn auf den althochdeutschen Männernamen „Managolt“ zurück. Dieser steht für „Kraft“ und „Stärke“. Eine der ersten Abbildungen übrigens stammt von dem elsässischen Maler Sebastian Stoskopff (1597-1657). Er schuf im Jahr 1633 das Stillleben „Die vier Elemente oder der Winter“. Es zeigt neben einer Frau, die damit beschäftigt ist, gerupftes Geflügel auf einen Bratspieß zu schieben, eine Anrichte mit Gemüse: Salatköpfe, Rettiche, Spargel, Artischocken. Ganz links liegt eine Zitrone und rechts, halb verdeckt von einer Lammkeule, eine Mangoldstaude. Das Gemälde befindet sich im Besitz des Musée de l‘ Ocuvre de Notre Dame in Strasbourg. Beim Betrachten seiner unglaublichen Vielfalt an Lebensmitteln kam mir der Gedanke, dass es mitten im Dreißigjährigen Krieg geschaffen wurde. Es entstand also in einer Zeit, in der in großen Teilen Europas Armut, Hunger und Not herrschten. Aber das ist dann wohl doch eine Frage für die Kunst- und Kriegshistoriker…

Zwei Hauptsorten

Zurück zum Mangold also. Es gibt Stiel- oder Rippenmangold sowie Blatt- oder Schnittmangold. Von beiden Sorten können sowohl die Stiele bzw. Rippen als auch die grünen Blätter in der Küche verarbeitet werden. In England habe ich vor einigen Jahren übrigens auch einen so genannten Rübenmangold gesehen. Das Gemüse gehört zur gleichen Art wie die Rote Bete und seine große, herzförmige Wurzel soll besonders delikat sein. Sein Name: „MacGregor´savorite“. Mir ist allerdings nicht bekannt, ob er auch hierzulande angebaut wird.

Spinat als Konkurrenz

Mangold ist reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Er enthält viel Eiweiß und wenig Oxalsäure und punktet mit seinen feinen Bitternoten und dem leicht erdigen Geschmack. Dennoch lief ihm der Spinat im vergangenen Jahrhundert deutlich den Rang ab. Neuerdings lese ich häufig von einer Renaissance des Blattgemüses, davon, wie geschickt der Mangold auf der Welle der grünen Begeisterung segelt. Ehrlich gesagt, wir Berliner Großhändler merken davon nicht allzu viel. Anders ist das bei unseren Kollegen in Süddeutschland und vor allem in der Schweiz. In Graubünden zum Beispiel gehören Capuns zur kulinarischen Identität des Kantons. Es handelt sich dabei um mit einem gehaltvollen Teig gefüllte Mangold-Krautwickel.

Mangold-Gerichte im Poulette

Zu den Restaurants in Berlin, die zu unseren Kunden zählen und regelmäßig Mangold ordern, gehört das Poulette in Prenzlauer Berg. Das kleine Lokal in der Nähe des Kollwitzplatzes ist bereits seit 15 Jahren am Markt und für mich eines der besonders sympathischen in dieser Gegend. Die denkmalgeschützten Fliesen und das blumige Interieur heben die Stimmung. Die wahre Zierde dieses Lokals allerdings ist das Essen.

Schnörkellose Küche

Als Chef am Herd agiert seit September 2018 ein junger Rheinländer. Dessen bisherige Stationen lösen einen gewissen Aha-Effekt aus. Sebastian Jahn, 34, arbeitete – bevor er seiner Freundin nach Berlin folgte – in einigen der besten Restaurants Skandinaviens. Zu nennen sind das Chez Dominique Helsinki, das Geranium Kopenhagen, und das Fäviken im schwedischen Järpen. Der Mann kann also kochen, und das merkt man auch. Seine Gerichte sind fröhlich in der Optik. Und es sind schnörkellose kreative Kunstwerke mit der Reduktion auf das geschmacklich Wesentliche, so sehe ich das jedenfalls.

Spaß am Genuss

Dabei verwundert es wahrscheinlich nicht nur mich, dass bisher kaum einer der etablierten Berliner Gastro-Guides das Poulette auf dem Schirm hatte. Für Alexander Sarubo, den Inhaber des Kiezlokals, ist das kein Problem. „Wir kochen weder für Gastrokritiker noch für Foodfotografen, sondern für Gäste, die Spaß am Genuss haben“, sagte mir Sarubo schon vor ein paar Wochen. Er hat mit seinem Team auch ohne mediale Aufmerksamkeit gut zu tun. Das Poulette öffnet bereits um 9.00 Uhr, bietet ein passables Frühstück, wartet mit einer respektablen Mittagskarte auf und steigert sich abends dann zur Höchstform. Zu viel Lob, meinen Sie? Dann empfehle ich Ihnen Jahns derzeitigen signature dish – Taubenbrust und -mousse mit Schwarzwurzelpüree und buntem Gemüse.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

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Okra – Die grüne Exotin

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Okra – Die grüne Exotin

Von Dieter Fuhrmann

Ursprung unbekannt

In diesem Fall sind  sich die Wissenschaftler einig: Okras gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ihre Spuren lassen sich bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen, nach Ägypten und Äthiopien. Wo genau der Ursprung des Fruchtgemüses aus der Familie der Malvengewächse liegt, konnte bisher allerdings nicht geklärt werden.

 

 
Weite Verbreitung

Heute ist die Okra – also die Samenkapsel der bis zu 2,50 Meter hohen, gleichnamigen Pflanze – ein weit verbreitetes Gemüse. Orkus sind beliebt nicht nur in Afrika, sondern auch in vielen Teilen Asiens sowie in Süd-, Mittel- und im südlichen Nordamerika. Außerdem gibt es sie in Griechenland, dem Libanon, der Türkei und anderen Mittelmeerländern.

Unterschiedliche Zubereitung

Zu den kulinarischen Klassikern beispielsweise vieler griechischer Restaurants gehört Kotopoulo me Bamies. Dabei handelt es sich um ein gebratenes Hähnchen mit Okras, Tomaten und Zwiebeln. In der Türkei serviert man Zeytinyağlı bamia, eine Vorspeise aus marinierten und in Olivenöl gegarten Okras. Die israelische Küche kennt in Buttermilchteig frittierte Okras. In der indischen Küche werden sie mit einer Gewürzmischung aus Chili, Ingwer, Knoblauch, Koriander, Kreuzkümmel, Kurkuma sowie Pfeffer gefüllt und gedünstet. In der sogenannten Cajun-Küche der amerikanischen Südstaaten schließlich gilt die Okra als Hauptbestandteil des berühmten Gumbo. Das ist ein würziger Eintopf aus Reis, Gemüse, Fisch und Fleisch.

Hauptanbauland Indien

Hauptanbauland des Fruchtgemüses ist Indien. Dort wird mit rund 5,5 Millionen Tonnen jährlich die weltgrößte Okraernte eingebracht. Es folgen Nigeria mit rund 1,9 Millionen Tonnen und der Sudan mit rund 290.000 Tonnen. Wir bekommen die Okra aus Thailand. Der dortige Exporteur, die Siam Fresh Enterprise Company, garantiert uns seit Jahren eine gleichbleibend gute Qualität.

Kalorienarme Schote

Die Okra ist kalorienarm, magenfreundlich sowie mineralstoff- und vitaminreich. Diverse Blogs feiern die Schoten immer häufiger als „Neuling in der Superfood-Familie“. Doch wir merken davon nicht allzu viel. Nur wenige Küchenchefs in Berlin und Brandenburg bestellen Okras. Die erinnern geschmacklich übrigens an Bohnen – mild, leicht herb, säuerlich-pikant.

Leckeres Fruchtgemüse

Zu denen, die das Fruchtgemüse regelmäßig ordern, gehört Enrico Pawlak. Er heuerte vor rund einem Jahr als Chef de Cuisine aus dem Restaurantschiff Patio am Helgoländer Ufer an. Hier bringt Pawlak das Filet vom Simmentaler Rind mit Süßkartoffelpüree, Feigen und Okras auf die Teller. Nun will ich mich nicht als Gastrokritiker aufspielen. Aber dieses Gericht hat nach meinem Dafürhalten alles, was Besseresser suchen: Es ist fröhlich in der Optik und einschmeichelnd im Geschmack.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Rettich –Würziges Wurzelgemüse

Keine Frage, der Rettich ist ein Methusalem unter den heute bekannten Gemüsesorten. So ist beispielsweise überliefert, dass er bereits vor mehr als 4.700 Jahren zur Nahrung der Arbeiter an den großen Pyramiden gehörte. Von Ägypten aus gelangte die Wurzel wahrscheinlich auch nach Griechenland und Italien. Dort erlebte sie ihren zweiten Frühling.

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Pimientos de Padrón – Bratpaprika aus Galizien​

Pimientos  de Padrón sind Minipaprika von grüner Farbe und schwacher Schärfe. Sie gehören zu den vielen Beispielen, die belegen, wie sich in den letzten Jahrzehnten die Wünsche unserer Kunden und damit unser Angebot verändert haben. Als ich vor über 40 Jahren in die Selbstständigkeit als Fruchtgroßhändler startete, kannte ich nicht einmal den Namen der kleinen Schote. Und ich bin mir ziemlich sicher, den meisten Küchenchefs ging es damals genauso.

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Jackfruit – Superfood aus Fernost

Fuhrmanns Früchtekorb Frisch informiert Jackfruit – Superfood aus Fernost Von Marcus Fuhrmann Frucht für Nobelherbergen Holger Joost ist seit November 2017 Head Chef, also Küchendirektor des Grand Hyatt Berlin. Das Hotel wiederum ist einer unserer besten Jackfruit-Kunden. Das liegt vor allem daran, dass in der Fünf-Sterne-Luxusherberge am Potsdamer Platz viele

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Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse

Fuhrmanns Früchtekorb Frisch informiert Mangold – Charakterstarkes Blattgemüse Von Dieter Fuhrmann Top-Gemüse des Mittelalters Mangold ist ein Methusalem-Gemüse, das schon die Alten Griechen kannten. Der Arzt Eudemos von Pergamon beispielsweise erwähnte bereits im 2. Jahrhundert vier Mangold-Formen. Er beschrieb eine weiße, eine rote, eine mit dickem Blattstiel und eine Form,

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Okra – Die grüne Exotin

Fuhrmanns Früchtekorb Frisch informiert Okra – Die grüne Exotin Von Dieter Fuhrmann Ursprung unbekannt In diesem Fall sind  sich die Wissenschaftler einig: Okras gehören zu den ältesten Kulturpflanzen der Welt. Ihre Spuren lassen sich bis ins zweite Jahrtausend v. Chr. zurückverfolgen, nach Ägypten und Äthiopien. Wo genau der Ursprung des

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Cherimoya – Tropischer Zuckerapfel

Fuhrmanns Früchtekorb

Cherimoya - Tropischer Zuckerapfel

Von Marcus Fuhrmann

Südamerikanisches Gewächs

Dass ein Berliner Küchenchef eine Kiste Cherimoya bestellt, passiert bestenfalls zwei-, dreimal im Jahr. Also, denke ich, das ist ein guter Anlass, sich mit dieser Exotin mal etwas näher zu beschäftigen. Ursprünglich ist die Cherimoya in den Andenregionen Perus, Kolumbiens und Ecuadors beheimatet. Von den dortigen Ureinwohnern auch schon früh als Obstbaum kultiviert, gelangte sie via Mexiko 1757 nach Spanien.

 
Im 18. Jhdt. wissenschaftlich beschrieben

Der englische Botaniker und Gärtner Philipp Miller (1691-1771) war der erste, der die Cherimoya wissenschaftlich beschrieb. Ihm zu Ehren trägt das Annonengewächs, neben dem lateinischen Namen Annona cherimola, den Zusatz Mill. Miller übrigens war Sohn eines Gemüsegärnters aus Deptford. Er war Kurator des Chelsea Physic Gardens in London, Mitglied der Royal Society und Autor des berühmten Gardener’s Dictionary. Das Buch erschien zwischen 1731 und 1768 in acht Ausgaben. Es zählt noch heute weltweit zu den Standardwerken der Botanik.

Süß und sahnig

Was hierzulande so selten ist wie Apfelsinen im Schrebergarten, gibt es in Peru an jeder Ecke. Cherimoya ist zwischen den Städten Tumbes im Norden und Tacna im Süden eine Alltagsfrucht. Jedoch ist sie nicht alltäglich im Geschmack. Gourmets zählen die Cherimoya seit langem zu den wohlschmeckendsten Früchten überhaupt. Sie sind süß und sahnig, wie Erdbeere, Himbeere und Birne zugleich. Sie schmecken nach einem Hauch von Zimt, sind säurearm und saftig. Die Cherimoya wird auch Zucker- oder Rahmapfel genannt. Sie stammt aus der Familie der Annonengewächse und gedeiht am besten in den kühleren Höhenlagen der nördlichen Anden. Sie besitzt einen hohen Traubenzuckergehalt und ist reich an Vitamin C sowie an Calcium, Eisen und Phosphor.

Am besten eisgekühlt

Das weiße bis cremefarbene Fruchtfleisch schmeckt nach meiner Erfahrung eisgekühlt an besten. Es kann zu Cremes, diversen Desserts, Obstsalaten und Mixgetränken verarbeitet werden. Eine besondere Variante ist die Kombination mit geräuchertem Schinken, frisch geriebenem Meerrettich und je einer Prise Pfeffer und Zucker. Die Kerne übrigens sind in keinem Fall essbar.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Schwarzkohl – Seltenes Gemüse

Fuhrmanns Früchtekorb

Schwarzkohl – Seltenes Gemüse

Von Dieter Fuhrmann

Kohl ist Kult

Erinnern kann ich mich nicht daran, dass in den vergangenen Monaten ein Berliner oder Brandenburger Küchenchef Schwarzkohl geordert hätte. Dabei scheint Kohl ja Kult zu sein, mindestens was die übrigen Sorten der Familie betrifft. Spitzenköche servieren Blumenkohl-Panna cotta, Spitzkohlrouladen und Wirsingbällchen. Brokkoli wird from nose to tail verarbeitet.

Wichtiger Nährstofflieferant

Auch gibt es Auszüge vom Grünkohl und Saucen von milchsauer vergorenem und mit Butter gebundenem Rotkohlsaft. Alle Sorten werden gegrillt, geräuchert und vor allem fermentiert. Lediglich der Schwarzkohl befindet sich, so scheint es mir, im kulinarischen Abseits, zumindest hierzulande. Schwarzkohl hat seinen Ursprung zwar im Mittelmeerraum, wird aber inzwischen auch in verschiedenen deutschen Regionen angebaut. Das Interesse an der Toskanischen Palme, wie der auch heißt, ist jedoch gering – siehe oben. Wenn ich also heute eine Lanze für dieses Gemüse breche, dann vor allem deshalb, weil es Besseres verdient hat. Als Stammvater vieler anderer Kohlsorten ist der Schwarzkohl besonders delikat, milder als Grünkohl und im Geschmack eher dem Brokkoli nahe. Außerdem ist er ein Nährstoffchampion. Er ist reich an Eiweiß, Kohlenhydraten und Mineralstoffen, besonders an Kalium, Calcium und Phosphor.

Immer eine Überraschung

Vor allem in den Küchen des Piemont und der Toskana schätzt man die kulinarischen Vorzüge des Schwarzkohls. Es gibt Schwarzkohlchips, Schwarzkohlburger und Schwarzkohlcreme. Seine nur ganz kurz blanchierten und gehackten Blätter sind exzellente Grundlage für ein Schwarzkohlpesto. Und es gibt natürlich die berühmte Ribollita, einen wunderbaren Eintopf mit Tomaten, Kartoffeln und weißen Bohnen. Der Schwarzkohl sei, so heißt es in Italien, „una sorpresa“, immer eine Überraschung. Ich finde, die Italiener haben Recht.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Steinpilz – König der Pilze

Fuhrmanns Früchtekorb

Steinpilz – König der Pilze

Von Marcus Fuhrmann

Seltene Delikatesse

Ein guter Freund hat mir Urlaubsbilder aus der Schweiz geschickt. Er war im Tessin unterwegs und hat neben Sehenswürdigkeiten in der 350.000-Einwohner-Stadt Lugano auch einen Obst- und Gemüsemarkt fotografiert. Dort in der Auslage: Steinpilz zum stolzen Kilopreis von 54 Schweizer Franken, das sind rund 48 Euro. Sein Kommentar: „Die Schweizer wissen eben, was seltene Delikatessen wert sind.“

 
Schwierige Bedingungen

Wo er Recht hat, da hat er Recht, dachte ich. Tatsächlich hat sich der Steinpilz in den letzten Jahren noch rarer gemacht als er ohnehin schon immer war. Dafür gibt es vielfältige Ursachen. Abgase aus den Autos und Schwefel aus den Kraftwerken haben die Bodenchemie durcheinandergebracht, argumentieren die einen. Immer mehr Waldflächen bleiben sich selbst überlassen und wuchern zu, sagen die anderen. Oder sind die Wildschweine schuld?

Züchten unmöglich

Züchten jedenfalls lässt sich der Steinpilz nicht. Ebenso wenig wie die von Feinschmeckern gleichermaßen begehrten Morcheln beispielsweise. Also werden wir auch in Zukunft darauf ausgewiesen sein, was die Profi-Sammler aus den Wäldern Nordosteuropas oder Frankreichs liefern können. Möglicherweise auch zu höheren Preisen – siehe Schweiz – als bisher.

Kulinarisches Denk-Mahl

Der Steinpilz, die seltene Delikatesse, dem am besten eine schlichte, naturbelassene Verarbeitung gerecht wird. Karlheinz Hauser war früher Küchendirektor im Adlon und ist seit 2002 Patron des Süllbergs in Hamburg. Er gehört für mich zu jenen Köchen in Deutschland, die dem Boletus edulis, so der botanisch korrekte Name des Steinpilzes, mit ihren Gerichten kulinarische Denk-Mahle gesetzt haben. In Hausers Fall ist es ein Steinpilzsalat. Dafür werden Schalotten- und Knoblauchwürfel glasiert und sektkorkengroße Steinpilze in dicke Scheiben geschnitten, dazugegeben und kurz mitgegart. Dann werden noch feingehackte Petersilien untergemischt, das Ganze mit Zitronensaft und Acet Balsamico abschmeckt und sofort serviert.

Wohlschmeckend und wertvoll

Übrigens: Der Steinpilz ist nicht nur einer der wohlschmeckendsten, sondern auch einer der ernährungsphysiologisch wertvollsten Speisepilze. Neben einem Wasseranteil von 85 bis 90 Prozent enthält er rund sechs Prozent Eiweiß. Das ist deutlich mehr als die meisten Gemüse besitzen. Dazu kommt eine beachtliche Zahl von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurelementen. Man sagt ihm, wie anderen Waldpilzen auch, eine verdaungsfördernde Wirkung ebenso nach wie eine Stärkung des Immunsystems.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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Papaya – Tropische Powerfrucht

Fuhrmanns Früchtekorb

Papaya – Tropische Powerfrucht

Von Dieter Fuhrmann

Frühe Begeisterung

Ob die Papaya zu den gehypten Superfoods gehört, das weiß ich nicht. Und ehrlich gesagt ist es mir auch ziemlich egal. Meine Begeisterung für die tropische Frucht aus der Familie der Melonenbaumgewächse  währt jedenfalls schon länger. Sie stammt aus einer Zeit, als Chia und Quinoa noch normale Adenkörner waren. „Amazing“ heißt es heute in jedem zweiten Foodblog oder Twitteraccount, der sich mit Ernährung beschäftigt. Das waren sie damals noch nicht.

 
Reich an Vitamin C

Der Grund dafür, dass ich vom Freund zum Fan der Papaya wurde, liegt ungefähr zwanzig Jahre zurück. Damals bekam ich ein Buch von Barbara Simonsohn geschenkt: „Papaya – Heilen mit der Wunderfrucht“. Dass dieses Obst kulinarisch eine Menge zu bieten hat, wusste ich damals schon. Es ist sowohl kalorienarm als auch vitaminreich.  100 Gramm Fruchtfleisch enthalten 80 Milligramm Vitamin C . Der Tagesbedarf eines Erwachsenen liegt bei 100 Milligramm.

Gesunde Tropenfrucht

Dann aber las ich folgendes: „Ob Übergewicht, Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Übersäuerung, Hautprobleme, Entzündungen, Krampfadern, Herpes, Verstopfung, Allergien, eine entgleiste Darmflora, Infektionen jeder Art – alle diese Beschwerden kann die Papaya verbessern.“ Ich empfahl fortan häufig Bekannten und Freunden die Gesundheitsfrucht. Die Aussagen der Hamburger Autorin nutzte ich als Pro-Papaya-Argumente.

Geschmacks- und Sortenreichtum

Derzeit wird die Powerfrucht in etwa 50 verschiedenen Sorten kultiviert und vermarktet. Als Spitzensorte gilt „Solo“. Deren saftiges Fruchtfleisch schmeckt süß und melonenartig.  Wenigstens viermal so viel Gewicht bringt die Sorte „Bahia“ auf die Waage, die wir ebenfalls aus Brasilien beziehen. Im Gegensatz zu „Solo“ und anderen Sorten ist sie reich an Fruchtsäure. Ihr Geschmack ist  besonders fruchtig und erfrischend. Erwähnen möchte ich noch die Gemüsepapaya. Diese wird unreif geerntet und spielt besonders in der Thai-Küche eine wichtige Rolle.

Vielseitig verwendbar

Alle Sorten punkten kulinarisch etwa als Carpaccio mit Minzpesto, in exotischen Obstsalaten oder tropischen Nudelsalaten. Auch Papaya-Grießbrei und Papaya mit Mozzarella sind geschmacklich eine feine Sache und ein gesunder Genuss.

Spitzkohl – Kohldampf auf Kohlgemüse

Es gibt glamouröseres Gemüse als den Spitzkohl. Kein Wunder, dass die Kopfkohlart hierzulande jahrzehntelang als altbackenes Kraut verschrieen war. Im Ranking der beliebtesten Gemüsesorten kam sie über einen Platz in der letzten Reihe nicht hinaus. Das änderte sich, als Coleslaw, die amerikanische Variante des Krautsalats, und das koreanische Kimchi die deutschen Küchen eroberten. Kohl liegt inzwischen im Trend, Spitzkohl insbesondere.

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